Great Ocean Road von Torquay nach Warrnambool (Australien)

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Überblick

Die Twelve Apostles verleiten dazu, den Alltag zu vergessen. Die Great Ocean Road, eine spektakuläre Küstenstraße in Victoria, Australien, wo der rauhe Ozean die Küste in ein einzigartiges Naturschauspiel verwandelt hat. Diese Strecke bietet alles was sich ein Australienreisender wünschen kann: zerklüftete Felsen, tiefblaues Meer, aber im Kontrast dazu auch Regenwald und Nationalparks, was eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt mit sich bringt. Es ist eine geschichtsträchtige Route, die zuerst direkt am Meer durch malerische Küstendörfer, dann Inland durch den Regenwald, vorbei an Wasserfällen und Seen führt. Die Great Ocean Road kann in drei Abschnitte unterteilt werden: die quirlige Surf Coast, Otway Nationalpark und die rauhe Shipwreck Coast. Für die etwa 300km wird eine reine Fahrzeit von ca. 4-5 Stunden benötigt. Man sollte sich aber besser 2-3 Tage Zeit nehmen, viele Übernachtungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung.

Geplant war die Great Ocean Road als Verbindungsstraße zwischen Melbourne und Adelaide und zur Anbindung abgelegener Küstendörfer. Es existiert die gesamte Strecke, im touristischen Sinne ist jedoch der Abschnitt Torquay bis Warrnambool unter dem Namen Great Ocean Road bekannt. Gebaut wurde sie zwischen 1918 und 1932. Dabei wurde versucht, Arbeit und Wiedereingliederung für Heimkehrer aus dem 1.Weltkrieg zu schaffen. 3000 Veteranen errichteten die Straße in Schwerstarbeit mit Hacke und Schaufel, zu Ehren der 60.000 gefallenen Kameraden, was die Great Ocean Road zu einem der größten und eindrucksvollsten Kriegsdenkmäler weltweit macht. Erinnerung in Stein geschlagen.

Wegstrecke & Route

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  • Quirliges Leben an der Surf Coast

Ausgangspunkt ist 1. Torquay, ein lebendiges Surferstädtchen, das neben vielen Cafés und Restaurants alles bietet, was mit dem Surfsport zu tun hat. Surfshops, Surfschulen und das Surf World Museum prägen das Stadtbild, hier befindet sich auch einer der besten Surfstrände Australiens, Bells Beach, an dem jährlich an Ostern das Surfevent „Rip Curl Pro Easter Classics“ stattfindet. Weiter geht es entlang der Great Ocean Road durch die Küstenorte Anglesea und Aireys Inlet, die wie viele Küstenstädte für ihren relaxten Lifestyle bekannt sind, nach 2. Eastern View, wo das Kriegsdenkmal in Form eines Torbogens, sowie eine Bronzestatue an die Gefallenen des 1.Weltkriegs erinnern. Die gewundene Straße bietet regelmäßig fantastische Ausblicke auf das Meer. Unbedingt anhalten sollte man in Kennett River, da hier sicher freilebende Koalas und Papageien in den Bäumen sitzen. Oft bekommt man auch Körner, womit sich die zutraulichen Papageien gerne füttern lassen.

Der letzte Abschnitt der Surf Coast ist in 3. Apollo Bay erreicht. Eingebettet zwischen ersten Ausläufern des Otway Gebirgszuges und direkt am Meer gelegen, ist Apollo Bay der ideale Ort für eine Pause. Viele Restaurants laden zu ausgiebigem Schlemmen ein, besonders fangfrischer Fisch ist empfehlenswert. Ein Spaziergang am Hafen, entlang der belebten Promenade ist ein Muss. Viele Boutiquen und Souvenirstände laden zum Bummeln ein. Lohnenswert sind auch Ausflüge zu den knapp 2 Stunden entfernten Wein­­anbaugebieten im Hinterland und auch die erste Etappe des Great Ocean Walks startet hier.

  • Regenwald erleben im Otway Nationalpark

Die Great Ocean Road führt nun landeinwärts. Umgeben von riesigen Bäumen fährt man durch den Otway Nationalpark. Der Regenwald bietet einen wunderschönen Kontrast zu Strand und Meer und eine atemberaubende Flora und Fauna. Nach Norden fahrend, erreicht man 4. Otway Fly Treetop Adventures nähe Beech Forest, hier kann man in 25-47m Höhe auf einem angelegten Weg mitten durch den Regenwald laufen. Aus Vogelperspektive erkundet man uralte Bäume und faszinierende Aussichten. Wer schwindelfrei ist, kann gesichert an einem Stahlseil in die Tiefe rasen. Auf der Fahrt durch den Regenwald zum 5. Cape Otway kann man oft Koalas sehen, was Zwischenstopps lohnenswert macht. Imposant erhebt sich vor einem der älteste Leuchtturm des australischen Festlands mit 91m Höhe. Besteigung ist Pflicht und die Aussicht atemberaubend. Zusätzlich wird in original erhaltenen Gebäuden die Geschichte der Seefahrt behandelt.

  • Tosendes Meer und zerklüftete Felsen an der Shipwreck Coast

Nun führt die Great Ocean Road wieder an Steilküsten und verlassenen Stränden direkt am Meer entlang. Bald erreichen Sie die kleine Küstenstadt 6. Princetown, hier beginnt der 7. Port Campbell Nationalpark, der die Küstenregion zwischen Princetown und Peterborough schützt. Die Erosion der Steilküste hat eine atemberaubende Kulisse geschaffen, deren Höhepunkt die Twelve Apostles sind. Die Twelve Apostles sind bis zu 60m hohe, im Meer stehende Kalksteinfelsen. Diese zerfallen langsam, sodass seit dem letzten Zusammenbruch 2005 nur noch acht der ursprünglich zwölf Kalksteinfelsen übrig sind. Besichtigen sollte man unbedingt Loch Ard Gorge und Thunder Cave. Loch Ard Gorge, eine Schlucht, ist ein weiterer Beweis für die erosive Kraft des Meeres, über Treppen gelangt man an den Strand. Thunder Cave ist eine Höhle, die beim Einfließen des Meerwassers laute Donnergeräusche erzeugt. Ein Naturschauspiel folgt dem nächsten und so erreicht man bald The Arch, einen freistehenden Kalksteinbogen und nur einen kurzen Fußweg entfernt die sogenannte London Bridge. Eine Kalksteinformation, die eine Brücke zum Festland bildete. Diese brach allerdings zusammen, weshalb heute keine Verbindung mehr zum Festland besteht. Die letzte Station der Route ist 8. Warrnambool, wo ein Besuch des Museums „Flagstaff Hill Maritime Village“ lohnenswert ist, um genaueres über die Vielzahl gesunkener Schiffe zu erfahren, die der Shipwreck Coast ihren Namen geben. In den Wintermonaten können oft auch Wale beobachtet werden.

Bilder zur Rundreise Great Ocean Road

Highlights

  • Auf dem Boden

Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich den Great Ocean Walk (104km) von Apollo Bay bis zu den 12 Apostles nicht entgehen lassen. Der Weg führt durch Nationalparks, durch Regenwald und über verlassene Strände. Ein unvergessliches Erlebnis, egal ob man auf den verschiedenen langen Streckenabschnitten einige Stunden oder Tage unterwegs war.

  • In den Bäumen

Lohnenswert ist eine Pause in Kennett River. Die Wahrscheinlichkeit wildlebende Koalas über sich in den Bäumen zu finden ist sehr hoch und Papageien können von Hand gefüttert werden. Beim Otway Fly Treetop Walk kann man selbst die Perspektive wechseln und in schwindelerregender Höhe (25m–47m) inmitten der Baumkronen spazieren gehen.

  • Auf dem Turm

Am Cape Otway auf den ältesten Leuchtturm steigen und in 91m Höhe einen spektakulären Ausblick auf Küste und Meer genießen. Der Leuchtturmwärter erzählt gerne über die Geschichte des Leuchtturms und die sagenumwobene Shipwreck Coast, die ihrem Namen, mit mehr als 180 gesunkenen Schiffen, alle Ehre macht.

  • In der Luft

Es gibt keinen besseren Ort, dem Alltag zu entfliehen, als die aufregende, zerklüftete und windgepeitschte Küste, an der sich die Twelve Apostles befinden. Die majestätischen Kalksteinsäulen lassen die magische Anziehungskraft dieses Ortes spüren und das Farbenspiel der Sonne auf den Felsen verzaubert – am Boden oder in der Luft bei einem Helikopterflug über den spektakulären Küstenabschnitt.

Reiseinformationen

Routenlänge Ca. 300km
Dauer 2-3 Tage
Verkehrsmittel Auto, Motorrad
Routenverlauf

Torquay - Bells Beach - Eastern View Memorial - Kennett River - Apollo Bay - Otway Fly - Cape Otway - Princetown - Twelve Apostles - Port Campbell - Peterborough - Warrnambool

Startort Torquay Beste Reisezeit Australischer Sommer: November - März
Zielort Warrnambool Länder Australien, Bundesstaat Victoria


  • Wetterkarte
  Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximaltemperatur  24,9°  25° 22,8°
19,4°
15,8°
13,6°
12,8°
13,8°
15,4° 17,9°
19,6°
22,2°
Minimaltemperatur  12,3° 13,1°  12° 9,9° 8,1°
 6° 5,6°
6,1°

8,2°
9,4°
10,9°
Sonnenstunden  8h 7h
7h
5h
4h
3h
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6h
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Wassertemperatur  - -
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Regentage  9,7 8,8
9,6
9,2
10,9
11,1
11,6
11,3
11,2
12,6
10,4
9


  • Auskünfte

http://www.geo.de/reisen/community/reisen/great-ocean-road/klima - Interessante Details zu Wetter und Klima in der Region

http://www.visitgreatoceanroad.org.au/ - Website der Destination bietet sehr viele hilfreiche Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Unterkunft etc., allerdings nur in englischer Sprache.

http://www.australien-info.de/ - guter deutschsprachiger Australieninformationsservice, enthält viele Tipps und Infos

http://www.australia.com/de/explore/icons/great-ocean-road.aspx - 5 Tipps, die die Fahrt entlang der Great Ocean Road zu einem besonderen Erlebnis machen, außerdem allgemeine nützliche Hinweise für Australienreisen

http://www.visitmelbourne.com/ - Website der Stadt Melbourne bietet umfangreiche Informationen zur gesamten Region, Unterkunft kann direkt gebucht werden


  • Tipps für eine stressfreie Reise

Sie sollten sich auf keinen Fall ein Gespräch mit dem alten Leuchtturmwärter des Cape Otway Leuchtturms entgehen lassen. Auch ein wachsames Auge für die vielfältige Fauna ist ratenswert und gewährt einem vielleicht die Chance nicht nur Papageien, Koalas und Kängurus zu sehen, sondern sogar Wale und das seltene Schnabeltier in freier Wildbahn.

Vorsichtig sollten Sie beim Fahren auf der manchmal engen, kurvigen Küstenstraße sein, da sowohl viel Verkehr in den Sommermonaten, als auch die atemberaubende Aussicht und der Linksverkehr große Ablenkungsfaktoren sein können.

Video zur Rundreise Great Ocean Road

  • Fahrt entlang der Great Ocean Road mit atemberaubender Sicht auf die Twelve Apostles. Spieldauer: ca. 2 Minuten; in Farbe; Sprachen:  -

Autor: Tanja Einsiedler