Die Uro Indianer am Titicacasee

Bewertung:  / 1
SchwachSuper 

Überblick

Alpacas prägen das Bild der Landschaft rund um den Titicacasee.Mit einer Fläche von 8562 km² ist der Titicacasee fast 15mal so groß wie der Bodensee. Zu 2/3 gehört er zu Peru, 1/3 liegt auf der bolivianischen Seite auf einer Höhe von 3810m über dem Meeresspiegel. Mit einer Länge von 194km, einer Breite von bis zu 70km und einer maximalen Tiefe von 300m ein wahrer See der Superlative, denn er ist damit der größte See Südamerikas. Der verbreitete Glaube, der See sei der weltweit höchste Schiffbare muss allerdings wiederlegt werden. Ein anderer peruanische See, der Lago de Junín auf 4100m, ist ebenso schiffbar. Der Begriff Titicaca setzt sich aus zwei Aymara Wörtern zusammen, auf der Sprache der Ureinwohner bedeutet „Titi“ Puma und „Caca“ Fels, also Pumafelsen. Dieser Felsen befindet sich auf der bolivianischen Seite gelegenen Isla del Sol, später wurde der ganze See nach diesem Felsen benannt, denn es soll sich dabei um den legendären Ort handeln, an dem die Inkadynastie entstand. Von hier sollen die göttlichen Kinder der Inkas in die Stadt Cusco aufgebrochen sein, um das Reich zu gründen. Aber neben den Mythen und Legenden ist auch die Flora und Fauna des Sees bemerkenswert. In der Umgebung weiden Lamas und Alpacas vor dem Hintergrund der Königskordilleren mit ihren schneebedeckten Gipfeln in 6500m Höhe. Auch eine Vielzahl einheimischer Vögel und Fische ist zu finden.

Wegstrecke & Route


Die Uro Indianer am Titicacasee auf einer größeren Karte anzeigen 

  • Einzigartige Aymarakultur am Festland

Unsere Tour startet in Puno, der gleichnamige Hauptstadt der peruanischen Provinz. Mit seinen 220.000 Einwohnern und auf einer Höhe von 3828m gelegen, befindet sich hier der größte Hafen des Lago Titicaca. 1668 bei der nahegelegenen Silbermine „Laykakota“ gegründet, sind die „goldenen Tage“ der Stadt allerdings längst vorbei. Die Kathedrale, der Justizpalas, die Kunstgalerie „Pinoteca“ und andere Kolonialbauten sind auch heute noch zu bestaunen und zeugen vom ehemaligen Reichtum der Stadt, und auch der farbenfrohe Markt ist einen Besuch wert, im Vergleich zu anderen Städten fehlt es aber etwas am Charme einer typischen peruanischen Stadt. In der direkten Umgebung des Festlandes lohnt sich besonders ein Besuch alter Aymarastätten, wie der archäologischen Zone „Sillustani“ auf einer Höhe von 4000m. Hier gibt es allerlei zu entdecken, zum Beispiel die 12m hohen Grabtürme, von denen aus man auch einen wunderbaren Blick über den See mit seiner kräftigen blauen Farbe genießen kann.

  • Auf schwimmenden Inseln

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das betreten einer der schwimmenden Inseln, den Islas Flotantes, der Uro Indianer. Diese zogen vor ca. 800 Jahren vom Festland auf den See, um den Aymaras zu entkommen, die das Land um den See für sich beanspruchten. Doch das Leben auf dem Wasser fordert seinen Tribut. Häufige Rheuma und Grippe Erkrankungen gehören zur Tagesordnung der Uros, von denen die letzten ursprünglichen „kotsuns“ wohl in den 1950er Jahren gestorben sind. Früher sagte man, die Uros hätten schwarzes Blut, nur so können sie unter den rauen Bedingungen auf dem See überleben. Heute haben sich die „Seemenschen“ mit den Aymaras, die auf den festen Nachbarinseln des Sees wohnen, vermischt und sprechen auch deren Sprache „Quechua“. Trotzdem ist es ein einzigartiges Erlebnis die vorhandene Kultur zu entdecken. Unmittelbar stellt sich eine Frage: Wie kann man auf einem See wohnen? Die Schilfartigen „Totora-Stängel“ sind hier Grundlage des Lebens, sie dienen nicht nur als Nahrungsquelle, aus ihnen werden sowohl die Inseln selbst, als auch die Boote für den Fischfang oder die Entenjagd  gebaut. Boote und Inseln müssen ständig erneuert werden, da die unteren Schilfschichten im Wasser verrotten. Beim Betreten der Inseln sollte man aus diesem Grund auch vorsichtig sein, wenn man am Rande der schwimmenden Schilfkonstrukte steht. Denn an manch dunkler Stelle kann es passieren, dass der Boden nachgibt – und das Wasser des Sees ist kalt!

  • Hier stricken die Männer

Etwas weiter entfernt von Puno, ca. 3 Stunden mit dem Boot, befindet sich die erste der festen Inseln, die 6km lange und 1km breite Isla Taquile. Sie besteht aus zahlreichen Bergen, auf denen Inkaterassen zu bestaunen sind, die auch heute noch für den Anbau von Kartoffeln, Gerste, Quinoa, Mais und Saubohnen genutzt werden. Die Produkte dienen einerseits den Bewohnern selbst als Nahrungsmittel, andererseits wird die Ernte auch auf dem Markt in Puno verkauft. Zusätzlich werden auf der Insel selbst die typischen Wollprodukte angeboten. Diese haben neben der normalen Funktion als Kleidung auch eine weitere Bedeutung. Die Männer sind es hier, die die traditionellen Zipfelmützen stricken und von diesen werden sie auch getragen. Sie dienen nicht nur als Schutz vor den oft kalten Winden, sonder geben auch Auskunft über den sozialen Status der Männer. Wer sich auskennt, erfährt mit einem Blick ob ein Mann verheiratet, verlobt oder ledig ist. Aber auch die Frauen sind in den Wollprodukten zu bewundern. Bunte Röcke, die in vielen Lagen übereinander getragen werden zieren die Damen der Insel. Etwas weniger touristisch geht es auf der Nachbarinsel, der Isla Amantani, zu. Auf beiden Inseln gibt es weder Straßen, noch Autos oder die für Peru typsichen Hunde, aber während man auf der Isla Taquile neben den bunt gekleideten Einheimischen sehr viele Touristen zu Gesicht bekommt, kann man hier noch eher das wirklich traditionelle, einfache Leben der ca. 3000 Einwohner entdecken, die sich auf 8 Dörfer verteilen.

Bilder zur Rundreise am Titicacasee

Highlights

  • Abseits der Touristenströme

Um die Kultur einmal fernab von Touristenströmen zu erleben lohnt es sich, eine Nacht auf Taquile zu verbringen. Dabei sollte man sich den Mond- oder Sonnenaufgang vom Cerro Molusina, dem höchsten Punkt der Insel (264m über dem See), nicht entgehen lassen. Man erlebt dabei nicht nur eine göttliche Ruhe, sonder auch eine sehr einfache, aber traditionelle Übernachtung bei einer der einheimischen Familien.

  • Schaukelnde Schilfboote

Für alle Mutigen gibt es die Möglichkeit, nicht nur die schwimmenden Inseln der Uros zu betreten, sondern die Stabilität des Schilfs noch einmal bei einer Fahrt mit den wackligen Schilfbooten auszuprobieren. Ein einzigartiges Erlebnis!

  • Fischgenuss mit Seeblick

Nicht entgehen lassen sollte man sich auch, den typischen Fisch aus dem Titicacasee zu probieren. Üblicherweise wird vor allem „trucha“, also Lachsforelle angeboten. Am besten schmeckt diese mit Blick auf den See, empfehlenswert sind dazu Restaurants am Hafen von Puno, oder das sehr touristische, aber gute Restaurant am Plaza de Armas auf Taquile, von der erhöhten Terrasse genießt man einen fantastischen Seeblick.

Reiseinformationen

Routenlänge ca.85km Dauer 1 - 2 Tage
Verkehrsmittel Schiff, Schilfboot Routenverlauf Puno - Islas Flotantes - Isla Taquile - Isla Amantani - Puno
Startort Puno Beste Reisezeit Mai - Oktober
Zielort Puno Länder Peru


  • Wetterkarte
  Jan Feb März Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximaltemperatur  17°  17°  17°  17°  17°  16°  16°  17°  18°  19°  19°  18°
Minimaltemperatur  4°  4°  3°  1°  -4°  -7°  -8°  -5°  -1°  0°  2°  3°
Sonnenstunden  7h 7h 8h 10h 9h 10h  9h  10h 10h 10h  10h 9h
Wassertemperatur  12° 12° 12°  11°  9°  8°   8° 9°  10°  11°   12°
Regentage  5 2


  • Auskünfte

http://www.peru.travel/al/peru-auf-einen-blick - Viele nützliche Tipps zur Planung einer Reise nach Peru

http://www.go2peru.com/webapp/ilatintravel/articulo.jsp?cod=1998863 - Weiterführende Informationen rund um den Titicacasee, sowie anderen Highlights in Peru. (Seite auf Englisch)

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/PeruSicherheit.html - Hinweise zu Ein- und Ausreise, Sicherheit, medizinischen Angelegenheiten, sowie allgemeine Verweise zu Peru

http://www.wetter.de/wettervorhersage/51-17-19/wetter-puno.html - Informationen zum aktuellen Wetter in Puno

http://www.redturcomunitario.com/ - Touristischer Zusammenschluss indigener Gemeinden des Hochlandes, es werden Aufenthalte, auch auf den Inseln des Sees, vermittelt. (Seite auf Spanisch)


  • Tipps für eine stressfreie Reise

Unbedingt kennen sollte man die Höhenkrankheit. Um die typischen Symptome (Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit) zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich langsam an die Höhe zu gewöhnen, also möglichst viele Zwischenstopps mit Übernachtung einzuplanen. Zudem sollte man viel trinken (probieren Sie den Tee aus Coca-Blättern!) und auf fettiges Essen und Alkohol verzichten. Bei starken Symptomen sollte schnellstmöglich ein Abstieg auf unter 2000m erfolgen. Auf Grund der großen Höhe herrscht auch eine sehr starke Sonneneinstrahlung, die von der Spiegelung des Wassers noch verstärkt wird. Denken Sie an einen guten Sonnenschutz, vor allem beim Sonnenbaden an Deck der Boote. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Anfahrt von Cusco über den La Raya Pass (4400m) oder von Arequipa über das Altiplano, vorbei an den Lagunen Lagunilla, in denen sich von September bis November Flamingos aufhalten. Auf beiden Strecken kann man jeweils einen normalen Bus nehmen oder aber eine Tagestour buchen. In letzterem Falle dauert die Fahrt nur etwa 3 – 4 Stunden länger, man hält aber an verschiedenen Ruinen und alten Tempeln der Inka und Aymaras, sowie Aussichtspunkten, die einen spektakulären Blick auf die Kordilleren bieten und erfährt zudem viel über die Umgebung.

Video zur Rundreise am Titicacasee

  • Beispiel einer südlichen Reiseroute durch Peru (Teil zum Titicacasee 6:23 – 7:34). Spiedauer: 9,41 Minuten; in Farbe; Sprachen:  Deutsch

Autor: Stephanie Heil